Kollektive Vereinbarung

Kollektive Vereinbarung – ein Konzept gegen sexualisierte Gewalt in unserer Community – zum ausprobieren und weiter entwickeln.

Das Anarchistische Netzwerk Dresden (AND) gibt es seit 2015 und lebt seitdem durch verschiedenste Gruppen, Einzelpersonen und sozialen Zusammenhänge. Bei der Gründung des AND haben sich alle Beteiligten auf gemeinsame Prinzipien verständigt. Und obwohl sich klar gegen Sexismus ausgesprochen wurde, gab es auch im Umfeld der Menschen, die sich im AND organisiert haben, sexualisierte Gewalt. Es gab unterschiedliche Versuche damit umzugehen, die mehr oder weniger nicht funktioniert haben.

Mehrere von Gewalt betroffene Menschen haben im Verlauf der Zeit die Stadt verlassen. Dies bedeutete auch, dass Teile unserer Projekte, wie z.B. das Circle-A nicht weiter existierten. Die gewaltausübenden Personen wurden oft geschützt, unterstützt oder das soziale Umfeld hat sich distanziert, anstatt Verantwortung zu übernehmen. 


Wir haben lange versucht diese Problematik zu thematisieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was es bedeutet Verantwortung zu übernehmen und warum das notwendig ist innerhalb unserer Community, der Szene, den Orten darin, … 

Wir fühlten uns nicht gehört bzw. ignoriert. Menschen haben es nicht als ihr Problem gesehen oder meinten es fehle ihnen an Expertise. Es gab kein Verantwortungsgefühl für unsere Räume, Gruppen, Vernetzungen, … 

Deshalb haben wir begonnen einen Entwurf für eine gemeinsame Vereinbarung für unsere Community in Dresden zu schreiben. Wir hatten im AND kontinuierliche Treffen mit vielen internen Workshops zu Fragen von Verantwortungsübernahme, Community, Begriffsdefinitionen und was das alles für uns bedeutet.

Um die Vereinbarung vorzustellen, haben wir 2022 zu den Libertären Tagen eingeladen. Es gab viel Kritik aber auch viel Zuspruch.

Im Weiteren gab es einen offen Prozess die Vereinbarung gemeinsam zu überarbeiten, so dass alle ihre Kritik einbringen konnten.
Hier gibt es die aktuelle Version:

Mittlerweile diskutieren viele Gruppen in Dresden, ob sie dieser Vereinbarung beitreten und wie sie das umsetzen können. Ziel ist es weiter an diesem wichtigen Thema dran zu bleiben, damit es langfristig aktuell bleibt und immer weiter entwickelt wird. Es soll ein Teil des Selbstverständnisses in Gruppen werden.

In gemeinsamen General Assembly (Generalversammlungen) wird das Thema weiter in der Dresdner Community bearbeitet. Da es unterschiedliche Gruppenkonstellationen gibt, finden wir es wichtig genau dort im Austausch zu bleiben.

Was benötigt eure Gruppe, um der Vereinbarung beizutreten?

Welche Ideen/Konzepte erabeitet ihr in euren Gruppen und können andere Gruppen von euch lernen?

Das Konzept der gemeinsame Verantwortungsübernahme ist nicht in Stein gemeißelt. Es bekommt Inhalt und Lebendigkeit durch ein aktives Mitgestalten, praktischer Umsetzung und der Offenheit voneinander zu lernen und sich in dem Prozeß zu unterstützen.

Wie setzten wir die Vereinbarung im Rahmen des Netzwerks praktisch um:


Ansprechpersonen:

  • alle Gruppen im Netzwerk haben Ansprechpersonen und erarbeiten Konzepte dazu (nicht jede Gruppe…)
  • diese Ansprechpersonen können gleichzeitig auch Ansprechpersonen im Netzwerk sein
  • Einzelpersonen, die aktiv im Netzwerk sind, können ebenfalls Ansprechpersonen sein
  • Ansprechbar sind wir über die Mail a-dresden@riseup.net Betreff [CA Anfrage]

Austausch:

  • die Ansprechpersonen tauschen sich nachdem es eine Kontaktaufnahme gab aus und besprechen das weitere Vorgehen um Unterstützung zu leisten

Support:

  • bei jedem AND Treffen steht die Kollektiven Vereinbarung als Punkt auf der Tagesordnung
  • wir tauschen uns aus über die aktuelle Situation, diskutieren eventuell inhaltliche und schauen wer ist in den nächsten Wochen da und übernimmt die Rolle der Ansprechpersonen