Anarchistischer 1. Mai Dresden

Wer sich über das bestehende System beklagt, muss sich auch über Alternativen dazu Gedanken machen. Wie soll die ideale, befreite Gesellschaft aussehen? Wie schaffen wir es, die herrschenden Verhältnisse zu durchbrechen?

Ein solidarisches Miteinander setzt ein entschlossenes Zeichen gegen Unterdrückung aller Art. Ob im Job, im Freund*innenkreis oder auf der Straße – Solidarität ist das einzig richtige Zeichen gegen die kapitalistische Verwertungslogik.

Schon seit jeher kämpfen Anarchist*innen, für die Arbeiter*innenbewegung, sei es durch kämpferische Streiks wie bei der Durchsetzung der gesetzlichen Anerkennung des 8-Stunden-Tages, durch das Verbreiten von eigenen Zeitungen oder als treibende Kraft in Gewerkschaften.

Der 1. Mai ist anarchistisch geprägt und sollte dazu dienen den Errungenschaften zu gedenken und weitere Ideen für eine bessere Gesellschaft zu entwickeln.

Für eigene Ideen und praktisch gelebte Alternativen!
Am 1. Mai und jeden Tag!

Zum anarchistischen 1. Mai in Dresden haben wir eine Demonstration vom Schlossplatz bis zum Alaunpark geplant. Wir werden dabei durch die Hauptstraße und die Alaunstraße gehen um unseren Unmut über das bestehenden System lautstark zum Ausdruck zu bringen. Danach wollen wir uns im Alaunpark bei Getränken und Kuchen über mögliche Alternativen und ein solidarisches Miteinander austauschen. Dazu wird es Vorträge, Workshops und Infomaterial geben.

Für mehr Anarchie und Solidarität im Alltag!
Heraus zum anarchistischen 1. Mai!

Die in der Presse diskutierte angedachte Verschärfung des neuen sächsischen PolG. ruft zivilgesellschaftliche Kritik hervor

Eine Initiative mit dem Namen Polizeistaat Sachsen / Sachsens Demokratie gründete sich nun, mit dem Ziel die Pläne der sächsischen Regierung öffentlichkeitswirksam zu verhindern. Sie fordert die Umsetzung der Kennzeichnungspflicht von Polizist/innen und lehnen den Einsatz von so genannten Bodycams und Gesichtserkennungstechnik ab.

Am 27. Februar sollte der Gesetzentwurf für das neue Polizeigesetze dem Kabinett vorgelegt werden. Dies ist aus unbekannten Gründen nicht passiert. Laut Berichten der Sächsischen Zeitung ist das Gesetzt jedoch so gut wie beschlossen. So geht es bei den Entwürfen nur noch um Detailfragen. Wie immer ist der Deckmantel zum Abbau unserer Grundrechte die um sich greifende Terrorhysterie, Kriminalitätsbekämpfung und die Wahrung der „größtmöglichen Sicherheit der Bürger“. SPD und CDU wollen die Befugnisse der sächsischen Polizei maßgeblich erweitern. Befürchtet wird eine Erweiterung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum, der Einsatz von Bodycams (Körperkameras) für Polizist*innen, der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware, der Einsatz von mobilen und festen KfZ-Kennzeichen-Scannern, die Erweiterung der Telekommunikationsüberwachung, der Einsatz des Staatstrojaners und elektronischer Fußfesseln, Kontaktverbote für bestimmte Personengruppen sowie den möglichen Einsatzes der Bundeswehr im Inneren. Ob es wie in Bayern eine Form des Unterbindungsgewahrsams für sog. Störer (§ 17 Abs. 2 c PAG) geben wird, ist bisher nicht bekannt.

„Wir brauchen Alternativen, nicht mehr Polizei“ sagt Sascha Kerstens Sprecher der Iniative. „Es gibt tatsächlich viele Probleme in unserer Gesellschaft – Armut, Wohnungsnot und ein miserables Bildungssystem. Unsere sozialen Probleme sollten wir allerdings nicht mit ordnungspolitischen Maßnahmen lösen, sondern sozialpolitische Diskussionen führen.“

Des Weiteren verweist die Initiative auf die fehlende Transparenz der polizeilichen Arbeit. „Die Möglichkeiten der verdeckten Arbeit der Polizei sind immens. Beginnend bei der nicht vorhandenen Kennzeichnung von PolizistInnen bis hin zur nicht vorhandenen Transparenz, wann und bei wem die Telekommunikationsüberwachung angeordnet und durchgeführt wird. Bei diesem Umfang an staatlicher Überwachung, sehen wir wesentliche politische Grund- und Freiheitsrechte gefährdet“, so Kerstens.

Einer unserer wesentlichen Kritikpunkte ist auch, dass die Diskussion um ein neues Polizeigesetz nicht öffentlich geführt wird. „Bisher ist es schwierg an Informationen über die geplanten Maßnahmen zu gelangen, was angesichts der Tragweite nicht sein kann. Dies zeigt deutlich, wie sehr das neue Polizeigesetz unsere Demokratie gefährden könnte“.

Die Initiative plant derzeit eine medienwirksame Kampagne, um die Öffentlichkeit über die geplanten Maßnahmen zu informieren und diese öffentlich zu kritisieren. „Wenn uns als BürgerInnen diese Informationen nicht vorgelegt werden und damit auch diskutabel gemacht werden, dann braucht es eine Initiative wie uns, damit genau das dann geschieht.“

Im Zuge dessen gab es Mittwoch, den 18.04.2018 um 16 Uhr, einen Informationsstand am Albertplatz.

Räumung der „Zone a Defendre“ (ZAD) in Notre-Dame-des-Landes – Aprilausgabe des Anarchistischen Hörfunk aus Dresden

Direkter Link zum Download

Dies ist unsere 12te Sendung – das heißt den anarchistischen Hörfunk gibt es bereits seit einem Jahr.
Unglaublich aber wahr. Also wir freuen uns. Wir hoffen ihr freut euch auch. 🙂

Aus aktuellem Anlass geht es in der Aprilsendung um die anarchistische Bewegung in Frankreich. Leider gibt es sehr viele Repressionsprobleme zu berichten und das betrifft nicht nur den Versuch der Räumung der ZAD in Notre-Dame-des-Landes. Seit Ende März gibt es eine Welle von Repression, auf Grund der mehrere Menschen im Knast waren. Es braucht Solidarität! Ausserdem begannen im Januar die Proteste gegen das neue Hochschulgesetzt. Mehrere Unis wurden blockiert und es fanden viele Demonstrationen statt.

Inhalt:

  • Historischer Überblick über die ZAD in Notre-Dame-des-Landes
  • Interview mit einer Aktivistin aus Frankreich über die Situation und Bedeutung der Zad
  • Proteste gegen das Hochschulgesetz
  • Repressionswelle gegen Anarchist*innen
  • Termine

Musik:

    Musik gibt es diesmal von der Website der ZAD: https://zad.nadir.org/spip.php?rubrique53

Über den Antifaschismus und seine Verwirrung

Als Anarchist hätte ich eine Menge über Antifaschismus zu sagen, hauptsächlich würde ich ihn kritisieren. Ich schreibe diesen Text nicht als theoretische Kritik am Antifaschismus, obwohl ich zuerst auf den Fehler (für mich) hinweisen möchte, dass sich nur auf eine Sache konzentriert wird. Ich denke, dass Antirassismus und Feminismus allein auch ein Fehler sind. Warum, würdest du fragen. Weil wir uns als Anarchistinnen dessen bewusst sind, dass die Welt viel komplexer funktioniert als ein einfacher und leichter manichäischer Anmerkung der Redaktion: Der Manichäismus war eine stark vom Gedankengut der Gnosis beeinflusste Offenbarungsreligion der Spätantike und des frühen Mittelalters. Er verlangte von seinen Anhängern Askese und ein Bemühen um die Reinheit, die als Voraussetzung für die angestrebte Erlösung galt. Blick auf sie oder auf die Gesellschaft. Es gibt nur „Monster“ und gute Menschen. Faschismus ist nicht das Böse, was von ungefähr kommt, sondern das Ergebnis der Gesellschaft gegen die Anarchistinnen seit dem 19. Jahrhundert kämpfen. Und auch schon vor dem offiziellen europäischen Faschismus war die Welt kein Paradies; Rassismus existierte, es gab Progrome, Frauen* wurde schlecht behandelt, Kinder arbeiteten in Minen, Genozid war schon ein Teil der menschlichen Geschichte, Arbeiterinnen starben aufgrund der schrecklichen Ausbeutung und Anarchistinnen wurden verfolgt, zum Tode verurteilt oder wurden in Strafkolonien auf pazifischen Inseln oder in Südamerika gesteckt.Sich nur auf den Faschismus zu fokussieren ist ein Fehler, weil es ein großes Übel ist, das heutzutage nicht einmal mehr viel Sinn ergibt (Was genau ist Faschismus nochmal?) und um dieses große Übel zu bekämpfen, handeln Antifaschistinnen in den meisten Fällen nach dem Sprichwort: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Das wiederum führt zu einer wirklich problematischen Verwirrung in der antifaschistischen Bewegung (ich rede natürlich nicht von jedemjeder Antifaschist*in, einige wissen sehr gut, wo es stinkt und mit wem sie nicht abhängen wollen). Aber es führt auch dazu, dass mensch nur ein Problem in der Gesellschaft sieht, sich nur auf eine Sache fokussiert und den Rest ausradiert.

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Anarchistische Geschichte: 1. Mai

In vielen Ländern der Welt wird der 1.Mai als „Tag der Arbeit“ begangen: Volksfeste, Fahrradtouren und hoher Alkoholkonsum bestimmen nunmehr das Bild. Nur wenige nehmen an den ritualisierten Demonstrationen der etablierten Gewerkschaften teil. Kaum jemand kennt den kämpferischen Ursprung des 1.Mai als Kampftag der internationalen Arbeiter*innenbewegung. Ein Blick zurück in die Geschichte bringt längst vergessene Ziele und Träume von Arbeiter*innen ans Tageslicht, die weit über heutige Forderungen wie minimale Lohnerhöhungen hinausgingen…

19. Jahrhundert: Die Situation der Arbeiter*innen in den USA

Obwohl der 8-Stunden-Tag in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schon Gesetz war, wurde er von den Arbeitgeber*innen ignoriert. Mindestens 12 Stunden tägliche Arbeit und Kinderarbeit trotz gleichzeitiger hoher Arbeitslosigkeit bei den Erwachsenen waren an der Tagesordnung. Arbeitnehmer*innenrechte gab es in der Realität nicht. Gewohnt wurde in völlig überfüllten Baracken und Mietskasernen, in denen übelste hygienische Bedingungen herrschten.

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