Interview mit Lida und Sascha in Odesa Hausprojekt CP3-2

In Odesa besuchen wir das Hausprojekt „CP3-2“. Die alte Schiffreparaturfabrik liegt mitten in Odesa am Schwarzen Meer. In unmittelbarer Nähe befinden sich der Industriehafen und riesige Hotels. Das Haus selbst ist an vielen Stellen baufällig und vom Regenwasser feucht. Für die Reparatur des Daches haben wir vor unserer Reise Geld gesammelt und Dachpappe besorgt. Das Projekt ist seit vielen Jahren selbst organisiert und die Bewohnenden gestalten und verwalten den Ort autonom. Es gibt private Schlafzimmer, ein gemeinsames Bad, Gemeinschaftsräume, Werkstätten und im Sommer eine Küche im Freien. Hier leben dauerhaft etwa neun vegane Aktivist*innen. In diesem Interview sprechen wir mit zwei Personen aus dem CP3-2 über ihr Leben im Haus und darüber, was der Ort für sie beutet. Sie erzählen über ihren Aktivismus, ihre Erfahrungen mit, seit und im Krieg und wie sie damit umgehen.

Interview mit Lida und Sascha in Odesa

Frage: Könnt ihr euch bitte vorstellen?

Lida: Mein Name ist Lida. Ich bin Veganerin. Ich bin Aktivistin und aktuell kümmere ich mich vor allem um Hilfe für Menschen, die an der Front kämpfen. Früher habe ich in verschiedenen veganen Kollektiven mitgemacht. Aber seit dem Beginn des Krieges habe ich mich dieser Art von Unterstützungsarbeit verschrieben. Auch weil aus meiner Gruppe eben viele Menschen an die Front gegangen sind oder sich anders am bewaffneten Kampf beteiligt haben.

Sascha: Ich heiße Sascha. Ich bin auch Veganer und Anarchist. Veganer schon seit acht Jahren.

Ich bin organisiert bei der Gruppe Eko-Plattforma, und im Jahr 2022 habe ich mich am bewaffneten Kampf beteiligt. Aktuell bin ich nicht mehr bei der Armee, sondern habe sie vor ein paar Monaten verlassen.

Insgesamt beschäftige ich mich mit veganem oder pro-veganem Aktivismus, mit anti-autoritärem Aktivismus und der Unterstützung verschiedener Menschen und Bevölkerungsgruppen. Ich wohne seit 2024 im Haus.

Frage: Was bedeutet dieser Ort, das Hausprojekt -2, für dich?

Lida: Als ich vor sechs Jahren hier eingezogen bin, war das einfach ein Ort, wo du auf günstige Art und Weise einen alternativen Lebensstil führen und ein kollektives Zusammenleben aufbauen konntest. Das ist auch immer noch so, aber mit der Zeit hat sich die Bedeutung verändert. Einerseits können unsere Genoss*innen, die gekämpft haben und an der Front waren, hier eine Art Reha machen, einfach wieder ankommen und klarkommen. Außerdem ist es auch ein Ort in der Stadt für Infrastruktur, für verschiedene Gruppen. Drittens ist es ein Ort, wo unsere Genoss*innen, die gerade einiges durchmachen und oft sehr müde sind, hinkommen und sich erholen und ausruhen können. In Odesa sind alle Strände kommerzialisiert. Hier aber kannst du am Meer sein, ohne irgendwas dafür bezahlen zu müssen, was sonst nicht der Fall ist. Es kommen auch Leute aus dem Ausland hierher.

Das CP3-2 hat sich mit der Zeit immer mehr politisiert. Am Anfang waren hier eher viele Künstler*innen, Architekt*innen und so weiter. Diese Menschen sind immer noch da, aber haben sich mit der Zeit mit uns zusammen politisiert. Sie nehmen an Aktionen teil und beschäftigen sich nicht nur mit Kunst, sondern sehen Sachen politischer und sind politisch aktiver.

Ich will noch etwas hinzufügen, weil ich diesen Ort sehr liebe. Wir haben hier auch sehr viel gelernt. Wir haben hier Werkstätten für Metall und Holz. Als wir hier angekommen sind, gab es einfach nichts. Wir haben alles selbst aufgebaut und dabei habe ich viel gelernt. Wie ich Dinge reparieren und renovieren kann. Beispielsweise hier diese Wand, neben der wir sitzen, die habe ich selber gemauert und das in dem Zuge gelernt. Wir haben auch alle Toiletten und die Dusche eingebaut. Das hier ist eine Art Schule des Lebens sozusagen – wir erlernen hier ganz, ganz viele Fähigkeiten erlernen und uns gegenseitig beibringen.

Außerdem können wir hier Diskussionen führen in einer Art aktivistischem Safe Space. Wir können Veranstaltungen machen und uns über verschiedene Themen austauschen.

Das ist wirklich so eine Art Safe Space für Aktivist*innen. 

Sascha: Dieser Ort ist für mich in erster Linie mein Zuhause, wo ich mit Freund*innen und Genoss*innen leben kann. Wo ich mich auch nicht so vereinzelt fühlen muss, wie es oft in großen Städten der Fall ist, wo Menschen sich einfach nicht so oft treffen. Wir können hier zusammen sein und miteinander leben. Und es ist auch ein Ort, um zu lernen, wie Autonomie gehen kann, und wo wir auch versuchen, sie praktisch umzusetzen. In dem Sinne, dass wir uns Fähigkeiten und Kenntnisse aneignen, beispielsweise in Bezug auf die Sachen, die Lida schon erzählt hat. Und es ist aber auch ein Treffpunkt für verschiedene Leute, die hier zusammenkommen.

Lida: Ich möchte noch hinzufügen, auch wenn dieser Ort vielleicht zugig oder beispielsweise nicht so leicht heizbar wirkt, war es für uns im Winter, als es diese wochenlangen Blackouts gab,ohne Heizung und Elektrizität, teilweise leichter war als für Leute, die einfach in kleinen Wohnungen wohnen. Wir waren schon daran gewöhnt, dass wir uns zum Beispiel Wasser aus dem Brunnen holen oder halt den Ofen anheizen müssen. Wir hatten einfach schon Erfahrung damit. Wir mussten eigentlich gar nicht so viel verändern.  Wir wissen, wo die Brunnen sind, wir hatten Generatoren und alle wussten, okay, ich mach das, du tust jenes, damit wir hier gut leben können. Es war teilweise tatsächlich schwieriger für Leute, beispielsweise auch für meine Genoss*innen in Kyjiw, die in kleinen Wohnungen wohnen. Wir hatten einfach schon Erfahrung im Überleben ohne Hilfe von irgendwem.

Frage: Wir sind jetzt seit zwei Tagen hier, und ich habe beobachtet, wie ihr miteinander umgeht. Ich habe viel Zärtlichkeit und Fürsorge zwischen euch gesehen. Das hat mich wirklich sehr berührt. Ich habe mich gefragt, wie ihr als Gemeinschaft mit dieser angespannten Situation umgeht? Auch mit Trauer und Verlust.

Lida: Ich würde auf jeden Fall sagen, dass wir hier schon gewisse Care-Praktiken gemeinsam entwickelt haben. Dadurch, dass wir die ganze Zeit zusammen sind und uns einfach ständig über den Weg laufen, schauen wir aufeinander. Wir haben jetzt kein Großplenum oder sowas, aber es gibt eben viele kleine Gruppen oder Leute, die sich näher sind und darauf schauen, wie es allen Leuten geht. Wenn irgendwas los ist, beispielsweise wenn jemand eine andere Person verloren hat oder so, dann teilen wir das auch den anderen mit und überlegen, wie wir gemeinsam damit umgehen können. Ich würde sagen, das ist auch so eine Art Überlebensstrategie, so ähnlich wie das Heizen des Ofens, die wir einfach brauchen, und mit der Zeit entwickelt haben, einfach, weil wir schon so lange hier zusammenleben. Wir hatten bis jetzt keine Prügelei oder sowas in der Art oder dass irgendwas wirklich schlimmes passiert ist, irgendein Konflikt wirklich schlimm eskaliert ist, sondern haben immer andere Lösungen gefunden. Auch wenn es Konflikte gab, haben wir es geschafft die wieder runterzukochen.

Wir sind auch wirklich keine homogene Gruppe. Hier wohnen sehr unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und wir haben uns unter der Idee zusammengefunden, dass es ein Menschenrecht ist, ein Zuhause oder eine Wohnung zu haben. Deswegen beschäftigten sich auch die meisten Leute, die hier wohnen, mit der Unterstützung von Wohnungslosen. Das ist so eine Art gemeinsamer Konsens. Ein anderer gemeinsamer Konsens ist, dass wir hier eben alle vegan sind. Es ist aber auch so, dass Leute zum Beispiel eingezogen sind, die vorher nicht vegan waren und dann hier vegan geworden sind, oder auch Leute, die nicht so politisch waren und sich dann hier politisiert haben. Darüber hinaus haben wir aber auch sehr unterschiedliche Perspektiven oder Herangehensweisen.

Sascha: Genau, es ist eben dieses gemeinsame Zusammenleben und gemeinsame Sein. Leute, die sich wie gesagt vorher zum Beispiel einfach nur mit Kunst beschäftigt haben oder was auch immer gemacht haben, haben sich hier politisiert und geändert. Es gibt einfach einen gemeinsamen Erfahrungshorizont, der hier entsteht und uns zusammenbringt. Also so eine gemeinsame Erfahrung, die wir miteinander teilen und miteinander aufbauen. Und es ist irgendwie so eine Art Keim, ein Keim für antiautoritäres Denken oder anti-autoritäres Sein.

Das wird beispielsweise daran deutlich, was wir machen, wenn jemand stirbt: Wir veranstalten gemeinsame Gedenkabende. Das machen wir auch nicht nur für Leute, die jetzt im Krieg kämpfen, sondern es gab hier beispielsweise so einen Wächter, der dazu beauftragt war, auf das Gelände aufzupassen, und wir hatten sehr viele Konflikte mit ihm, aber trotzdem war er irgendwie ein Teil dieses Raums. Als er gestorben ist, haben wir auch für ihn einen Gedenkabend gemacht. Wenn Menschen sich entscheiden, das Haus oder beispielsweise auch das Land zu verlassen, dann versuchen wir, die Leute gut zu verabschieden und ihnen einen schönen Abschied zu bereiten.

Lida: Eigentlich ist das wirklich eine Sache, die sich von selbst versteht, aber ich will es trotzdem noch mal sagen und unsere Erfahrung zeigt das auch: Es ist kollektiv viel einfacher, irgendwie über den Schmerz hinwegzukommen und ihn zu verarbeiten. Kollektiv ist es einfacher zu überleben, nicht nur den Schmerz zu überleben, sondern beispielsweise auch diese ganzen kapitalistischen Zumutungen. Es ist sehr viel einfacher, wenn man nicht alleine ist. 

Sascha: Es ist auch so, dass wir uns hier nicht nur zu Menschen so verhalten, sondern auch zu Tieren. Wir haben auch einen kleinen Friedhof für Tiere, die hier gestorben sind. Da sind eine Katze, eine Möwe, eine Taube und ein Rabe begraben. Und es ist so, dass Leute auch bei ihrem Tod Schmerz empfinden. Wir denken, dass Tiere Subjekte sind und eine eigene Persönlichkeit haben und dass man mit ihnen eine gute Beziehungen haben und sie nicht essen sollte, sondern beerdigen.

Sonja: Ja, und mit uns leben auch Tiere. Die kleine Katze, die ihr gesehen habt, die wurde von einem Genossen aus Cherson gerettet und die hat hier auch eine kleine Wohnung und kann herumlaufen, wo sie will. Sie lebt auch in gewisser Weise ein bisschen wild, aber kommt immer wieder zurück. Und dann gibt es noch die kleine freie Frau, Bambi, die Hündin, die hier gerade bei uns chillt.

Naja, und die, die eben auch hier wohnen und eigentlich die ersten Besetzer*innen dieses Hauses sind, sind die Tauben. Die gehören auf jeden Fall auch dazu. Naja, sie waren als Erstes da, deswegen haben sie auf jeden Fall ein Recht zu bleiben, auch wenn sie manchmal richtig doll stören.

Frage: Ich würde dir gerne eine etwas persönlichere Frage stellen, Sascha. Es geht um deine Erfahrungen, denn du warst ja bereits im Krieg, und vielleicht kannst du uns erzählen, wie du diese Entscheidung getroffen hast, und vielleicht auch, wie es dir jetzt hier geht? Wie gehst du mit deinen Erfahrungen um?

Sascha: Ich bin 2022 kämpfen gegangen. Da war ich 20 Jahre alt. Das war eine persönliche Entscheidung, ein persönlicher Wunsch. Ich habe die Notwendigkeit dafür gesehen. Ich hatte schon das Gefühl, ich will mich eigentlich so direkt wie möglich dieser Bedrohung entgegenstellen, die da auf mein Zuhause und auf meine Freund*innen zukommt. Ich will sie aufhalten und meine Freund*innen schützen vor dem, was passiert, vor dieser faschistischen und imperialistischen Bedrohung, die da über uns gekommen ist. Denn wir haben schon in den Jahren vorher gesehen, wie sich die Dinge in Russland verändert haben. Wie es auch den Anarchist*innen in Russland ergangen ist. Und haben gesagt, wir haben hier die Möglichkeiten, politisch zu kämpfen und für unsere eigenen Rechte einzustehen. Aber wenn wir uns nicht wehren, wird das danach auf jeden Fall nicht mehr der Fall sein. Es war jedenfalls eine persönliche Entscheidung.

So kam es eben dazu, dass ich in den Krieg gezogen wurde und daran aktiv teilgenommen habe. Das war sehr schwer. Das war permanent sehr schwer, aber die Motivation war da, auf jeden Fall. Ich habe Verletzungen erhalten und auch abgesehen davon bin ich durch wirklich schwierige Situationen gegangen. Aber was sehr schwer war, waren die Strukturen in der Armee. Das war wirklich ein Problem für mich als Anarchist, diese krasse Hierarchie, die dort herrscht. Da war es auf jeden Fall gut, auch horizontale Strukturen, also diese horizontalen Beziehungen zueinander zu haben. Das war auch in jedem Fall wichtig, um sich auch gegen die Armee und deren Strukturen zu wehren. 

Es gibt hier schon Möglichkeiten, also anarchistische Einheiten, beziehungsweise anarchistisch beeinflusste Einheiten, Armee-Einheiten, in denen viele Genoss*innen kämpfen. Wichtig ist vor allem, dass auch die Kommandeure okaye Einstellungen haben, die gleichen Ideale teilen oder zumindest unterstützen. Denn wenn du gemeinsam und auf eine horizontale Art und Weise Entscheidungen treffen kannst und du dich da ein bisschen horizontal organisieren kannst, hilft das ungemein.

Was natürlich auch zur Motivation beigetragen hat, das ist eigentlich die Erkenntnis, die ich hatte, dass wenn wir uns jetzt hier nicht wehren und besetzt werden, dann geht es uns auf jeden Fall schlecht. Es kann sein, dass wir dann auch in die russische Armee mobilisiert werden , wo es solche Möglichkeiten überhaupt nicht gibt. Ich denke schon, dass wenn wir jetzt einfach kampflos aufgeben, Russland, weil es nun mal ein imperialistischer Aggressorstaat ist, einfach weitergehen würde. Und genau das muss auf jeden Fall vermieden werden.

Was mir auch noch wichtig ist, zu sagen: Ich bin während all dieser Zeit vegan geblieben. Ich wollte damit auch an meinem Beispiel zeigen, dass es möglich ist, unter schwierigsten Bedingungen weiter vegan zu sein. Das war mir einfach wichtig, weil es ja oft in Frage gestellt wird. Ich war beispielsweise in einem Schützengraben in der Nähe einer Siedlung bei Bachmut und musste dort leider so eine vegane Wurst, die aus Deutschland gekommen ist, zurücklassen, weil wir uns zurückziehen mussten. Das war sehr schade, aber passiert. Aber das ist sozusagen der physische Beweis, dass ich vegan geblieben bin. Es war wichtig für mich, zu zeigen, dass es möglich ist. Es ist wichtig, auch im Krieg die Tiere nicht zu vergessen, weil sie genauso unter diesem Krieg leiden. Und nicht einfach die eigenen Überzeugungen und Herangehensweisen über Bord zu werfen.

Als ich dann verletzt wurde, konnte ich nicht mehr an der Front sein. Es wurde gesagt, okay, du kannst jetzt nicht mehr an der Front kämpfen. Das geht nicht. Und deswegen war ich dann seit Mitte 2024 in der Nachhut. Also ich war nicht mehr an der Front, aber ich war weiter in der Armee, auch wenn ich nicht direkt gekämpft habe. Ich habe früher in Lwiw gelebt und habe die Leute hier dann erst 2024 getroffen, weil ich nach Odesa verlegt wurde. Tatsächlich bei einer Gedenkveranstaltung zum 19. April, also einer Gedenkveranstaltung für Dmitri Petrov, Cooper Andrews und Finbar Cafferkey. Ich bin hingegangen und habe da die Leute von hier getroffen und da haben wir uns richtig angefreundet. Die Freund*innen haben mir dann beim Wiederankommen geholfen. Ich habe es geschafft, mich selbst, also meine Persönlichkeit und auch meine Überzeugungen, trotz dieser schwierigen Umstände zu bewahren. Auch dank der Leute, die ich hier kennengelernt habe und dank dieses Ortes.

Lida: Also, das Beispiel von Sascha zeigt eigentlich ganz gut unsere Situation. Wir waren beide in unterschiedliche Gruppen, die sich beide mit veganem Aktivismus beschäftigt haben, hier und in Lwiw, und das ist eine kleine Szene. Deswegen wussten wir als Organisationen zwar voneinander, aber kannten uns eigentlich kaum. Es gab auch keine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gruppen. Und durch diese öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen, die wir machen, haben wir uns dann erst richtig kennengelernt. Und es sind auch viele Leute hierher gekommen aus unterschiedlichen Städten, aus Lwiw, Kyjiw, Charkiw und so weiter. Also durch diesen Krieg lernst du zwar neue Leute kennen, und gleichzeitig führt der Krieg dazu, dass du viele Leute extrem lange nicht sieht. Für Jahre. Und es ist unklar, ob sie überhaupt zurückkommen werden.

Ich will es noch mal deutlich sagen, weil es manchen Leuten in Westeuropa nicht ganz klar zu sein scheint. Wir sind Feminist*innen geblieben, wir sind Veganer*innen geblieben, wir sind Aktivist*innen geblieben, auch wenn wir uns am Kampf beteiligen, auch wenn wir uns hier dazu entschieden haben, Waffen in die Hand zu nehmen, weil es eben einfach unser Zuhause ist. Wir wollen hier bleiben, wir wollen das, was wir uns hier aufgebaut haben, behalten. Und wir finden eigentlich, dass es eine ziemlich verständliche Reaktion ist, wenn jemand mit einer Waffe in der Hand kommt und dich umbringen will und dein Leben komplett auf den Kopf stellen will, selber auch Waffen in die Hand zu nehmen und sich dagegen zu verteidigen und zu versuchen, dass genau das nicht passiert.

Es ist wirklich so, wir brauchen eure Solidarität, wir brauchen die auch weiterhin. Ohne die Solidarität, die es gegeben hat und gibt – und ich weiß, dass es viel Solidarität gegeben hat, auch unter anderem aus Dresden – hätten wir das einfach nicht geschafft mit Solidarity Collectives. Wir brauchen da viel Hilfe. Alles worüber wir jetzt gesprochen haben, ist miteinander verbunden, weil Solidarity Collectives unter anderem auch Sascha geholfen hat und veganes Essen an die Front geschickt hat. Wir brauchen die Solidarität, das ist wichtig. Bitte macht weiter damit. Andere Leute auch, die das jetzt lesen. 

Beispielsweise hat Solidarity Collectives für Sascha auch eine dieser Platten für seine Schutzweste gekauft. Und diese Weste hat tatsächlich geschützt. Da ist ein großer Splitter drin gelandet. Es ist eben wirklich so, dass solche Sachen helfen, das Leben unserer Genoss*innen zu retten. Danke euch.

Wir danken euch für das Gespräch.

Unsere nächste Reise findet im Oktober 2026 statt.
Wir werden nach Charkiw fahren um HUmanitäre Unterstützugn zu leisten.
Bitte unterstützt unsere Spendenkampagne für Kriegvertriebene.