Die Gefallenen bleiben unter uns – Raum für kollektive Erinnerung & Trauer

Dienstag 08.09.2026 19:30-21:00 @Hole of Fame (Königsbrücker Str. 39, 01099 Dresden)

Verlust ist ein zwangsläufiger Bestandteil des Lebens und Aktivismus. Im Angesicht aller Widrigkeiten, denen wir uns stellen, fordert der politische Kampf immer auch Opfer ein. Der Verlust kann verbunden sein mit unserem politischen Kampf, Repression, Knast, Krieg, Vertreibung, Femizid, Genozid oder Klimakatastrophe. Geliebte Menschen, Orte, Gefährt*innen, Gewohnheiten, Vertrautes oder ganze Spezies zu verlieren ist überwältigend, wenn mensch damit allein dasteht.

Gegen die Überwältigung hilft es zu erinnern. Doch Erinnerung ist kein rein gedanklicher Prozess, noch ist Trauer bloss Emotion. Erinnerung ist eine lebendige Aufgabe. Wenn wir zusammenkommen und gemeinsam Verlust verarbeiten und Trauer halten, entfaltet das eine gewaltige Kraft, die Menschen unterschiedlicher Geographien zusammenbringt, den Mut gibt Risiken einzugehen und das Durchhaltevermögen schenkt wieder aufzustehen, wenn es aussichtslos scheint. Jede*r Gefallene ist damit ein Grund mehr weiterzukämpfen und nicht aufzugeben.

Kein Historiker des Herrschaftssystems wird unsere Geschichte für uns schreiben. Wir müssen uns aktiv in der Geschichte platzieren und sie gemeinsam selber schreiben, jeden Tag. In Stockholm hat ein*e anonyme Genoss*in den Schriftzug des Denkmals für die gefallenen Brigadist*innen in der Revolution 1936 in Spanien erneuert. Dort ist nun wieder lesbar: „Passant*in verweile – erinnere sie mit Stolz.“ Die Geschichte von Menschen, Bewegungen, Orten und Ereignissen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hilft uns beim Verarbeiten und lässt sie in unseren Herzen und in unseren Bewegungen weiterleben.

Im Rahmen der Ausstellung – In Bewegung – 10 Jahre Anarchistische Tage – gibt es eine Wand für kollektive Trauer und Verlust. Hier dürfen alle gestalten und sich Raum nehmen. Es ist nicht notwendig Menschen direkt gekannt zu haben, um um sie zu trauern und sie zu erinnern, manchmal lernen wir Genoss*innen auch erst nach ihrem Tod kennen.

Wir laden euch ein zu einem Abend der gemeinsamen Erinnerung. Hier können wir Trauer kollektiv teilen, Rituale austauschen, Gedanken teilen, konkrete Geschichten erzählen, zeichnen oder malen und gemeinsam diese Wand zu gestalten. Bringt gerne Fotos, Blumen, Zeichnungen, Geschichten, Gedichte, Lieder und Gegenstände mit.

Weitere Öffnungszeiten: 
A-Tage Woche: Di & Do 15:30 Uhr, Sa 14:30 Uhr + schaut in den Veranstaltungsplan, um keine Veranstaltung zu stören


14.-17.09.2026,  16-19 Uhr

Film & Diskussion: Jeder Acker, jede Fabrik – Ideen für eine notwendige Revolution [OmU]

Dienstag 08.09.2026 @Thalia Kino (Görlitzer Str. 6, 01099 Dresden)

Filmforführung und anschließende Diskussion.

“Die Art und Weise wie wir unser Leben produzieren ist dumm, gefährlich und grausam. Es ist an der Zeit über eine Revolution nachzudenken, die die Gesellschaft grundlegend verändert.”

Wir haben Genoss*innen in Spanien, Italien und Portugal zu ihren Erfahrungen in den revolutionären Momenten der 70er Jahren befragt. Wir haben mit Leuten gesprochen, die sich derzeit an Debatten über eine neue Produktionsweise beteiligen. Wir haben Dutzende Arbeiter*innen in systemrelevanten Branchen interviewt, um ihre Gedanken über eine fundamentale gesellschaftliche Transformation zu erfahren.

Ausgehend von diesem roten Faden der Geschichte, der theoretischen Vorwegnahme und der Alltagserfahrung stellen wir die Frage neu: was tun?

Hier ist der Trailer: https://www.labournet.tv/de/videos/JAJF-trailer

(K)ein Anarchistisches Programm?!

Dienstag 08.09.2026 16:00-18:30 @Hole of Fame (Königsbrücker Str. 39, 01099 Dresden)

Input, Brainstorming und Austausch zu einem zeitgenössischen anarchistischen Programm
Im Anarchismus gibt es umfangreiche Erfahrungen und zahlreiche Überlegungen zu Strategien, Ethik, Organisations- und Aktionsformen, Zielen und Mitteln. Diese sind leider aktuell nicht besonders bekannt. Umso schwieriger wird es, wenn es um die anarchistische Programmatik geht: Wie könnte man sich anmaßen, festzulegen, was in einem anarchistischen Programm steht? Wer könnte es beschließen und wer würde es umsetzen? Glücklicherweise sind die Antworten darauf sehr einfach:  Alle Interessierten, die grundsätzliche Sympathien und einige Erfahrungen mit Anarchismus haben, können sich an der Debatte um eine zeitgemäße Programmfindung beteiligen. Dahinter steht die Hoffnung, dass dies ein Beitrag zur Organisierung des Chaos wäre.
 
Im Workshop wird es zunächst einen Input zur Bedeutung von Programmen und Strategien geben – und erklärt, warum es aus anarchistischer Sicht notwendigerweise Schwierigkeiten bei ihrer Formulierung geben muss. Wir schauen uns gemeinsam den Vorschlag für ein anarchistisches Programm an (dieses wird v.a. auf den deutschsprachigen Raum bezogen gedacht.) Dann diskutieren wir in Kleingruppen darüber und tragen die Ergebniss  zusammen. Im Austausch selbst liegt der Sinn des Workshops, weil wir dadurch unser Bewusstsein bilden. Eventuell fließen einige der Einsichten auch in eine zukünftige Publikation ein.
 
 „Wir glauben, dass die meisten Übel, die die Menschheit quälen, vo  einer schlechten gesellschaftlichen Organisation herrühren; und dass der  Mensch sie beseitigen könnte, wenn er nur wollte, und wenn er wüsste wie“ – Errico Malatesta (1899)

Workshop: Medizinische Selbstverteidigung

Dienstag 08.09.2026 13:00-18:00 Uhr @Seminarraum / coloradio (Riesaer Str. 32, 01127 Dresden)

Naziangriffe auf CSDs, Nazis in unseren Vierteln. Polizeigewalt auf der Demo, Repressionsgefahr in der Notaufnahme danach. Militarisierung und Krieg.

Wir müssen darüber sprechen, wie wir in diesen Zeiten aufeinander aufpassen und uns gegenseitig schützen können: Wir müssen lernen uns selbst zu verteidigen!

Denn es ist nicht der (immer autoritärer werdende) Staat, der unsere Körper schützt und sicher hält, das war er noch nie! Notfallversorgung und Notfallmedizin als so kritische Infrastruktur sollte nicht länger in den Händen einiger weniger mächtiger liegen, es ist längst an der Zeit, dass wir uns skills aneignen und Wissen zurückholen!

In diesem Workshop wollen wir darum über Notfallmedizin sprechen, Anatomie und Physiologie lernen und verstehen aber und vor allem praktisch üben!

Dieser Kurs versteht sich als erster Impuls, will zum weiteren Üben und Vertiefen anregen und Euch eine erste Berührung mit dem Thema Notfallmedizin ermöglichen. Dafür werden wir nach grundlegender Einführung in die menschliche Physiologie anhand des MARCH-Alghoritmus verschiedene (notfallmedizinische) Krankheitsbilder und Behandlungen vorstellen und in Szenarien gemeinsam üben.

Ihr braucht weder medizinische Vorkenntnisse, noch Erfahrung, kommt einfach vorbei und lasst uns gemeinsam lernen!

Da die Teilnehmer*innenzahl auf 15 begrenzt ist, bitten wir euch vor dem Kurs anzumelden unter:

atage_dd@systemli.org

Disclaimer: Im Workshop werden Verletzungen, Wunden, Krankheit, (Polizei-)Gewalt und Tod in Wort und Bildern thematisiert. Wir werden gemeinsam mit echtem Material an uns gegenseitig (auf Basis von Konsens) oder Modellen üben. Alle im Kurs genutzten Materialien sind vegan, wir werden im Kurs theoretisch einzelne Materialien vorstellen, die (leider immer noch) aus Tieren gewonnen werden.

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IN BEWEGUNG: 10 Jahre Anarchistische Tage in Dresden

Ausstellung vom 07.-17.09.2026 @ Hole of Fame (Königsbrücker Str. 39, 01099 Dresden)

Wir laden euch ganz herzlich zu unserer Ausstellungseröffnung “In Bewegung- 10 Jahre A-Tage in Dresden” ein.

Nach einem kurzen Rundgang durch die Austellung lassen wir Aktivist*innen zu Wort kommen, die die A-Tage in der Vergangenheit maßgeblich mitgestaltet und somit geprägt haben. Wir teilen gemeinsame Erinnerungen und laden euch in ein Erzählcafé ein, um persönlichen Geschichten zu lauschen und somit ein Gefühl für die Programmvielfalt der letzen Jahre zu bekommen.
Die A-Tage sind nicht einfach nur eine theoretische Veranstaltungsreihe. Wir machen mit der Ausstellung sichtbar, dass mehr entstehen kann, wenn Menschen zusammenkommen sich kennenlernen, vernetzen und austauschen. Durch Verbindungen entsteht eine Community und stärkeres Zusammenwachsen ist möglich.

Wir freuen uns, dass der Abend musikalisch von flieder begleitet wird.

Den Abschluss des Abends wird der Demochor „Terz und Stimmbruch“ in Form einer öffentlichen (Mitmach-)Probe des Liedes „Machnovtchina“ gestalten. Das Lied bezieht sich sich auf die gleichnamige Bewegung und wurde in Solidarität mit heutigen ukrainischen Anarchist*innen ausgewählt.


In unserer Ausstellung zum 10 jährigen Jubiläum der A-Tage in Dresden nehmen wir euch mit auf eine kleine Zeitreise. Wir blicken zurück auf ein Veranstaltungsformat, welches sich in den letzten Jahren zum größten anarchistischen Event der Stadt etabliert hat. In unzähligen Veranstaltungen ist es uns gelungen anarchistische Werte, Kämpfe, Motivationen und Inspirationen, aber auch Träume, Hoffnung sowie Utopien aufzuzeigen und diese über lokale sowie internationale Grenzen hinweg zu tragen.

Begonnen hat alles mit der Gründung des Libertären Netzwerkes und der Organisierung der Libertären Tage (LiTa) im Mai 2009. Im Jahr 2016 gründete sich das Anarchistische Netzwerk Dresden (AND), welches die LiTa weiterführten. 2023 wurden die Libertären Tage dann in A-Tage umbenannt. Ohne AND keine A-Tage!

In unserer Ausstellung könnt ihr mit uns die letzten 10 Jahre Revue passieren lassen. Es werden Plakate, Zines, Fotos und weitere Ausstellungsstücke zu bestaunen sein. Außerdem wird es Möglichkeiten geben sich interaktiv zu beteiligen, denn die A-Tage leben von persönlichen Geschichten und Erlebnissen, die wir mit der Ausstellung sichtbar machen möchten.
 
Wir sind nicht alle! Und es fehlen nicht nur die Gefangenen. Deshalb wird es in der Ausstellung neben einer Briefeschreibecke auch eine partizipative Wand für kollektives Gedenken und Trauer geben. Verlust ist Teil des politischen Kampfes und auch dem möchten wir einen Raum geben. Durch unsere Erinnerungen leben unsere Gefährt*innen weiter und über unseren Austausch darüber schreiben wir unsere eigene Bewegungsgeschichte. Ihr könnt gerne eigene Dinge, Fotos, Gedichte … mitbringen, die ihr an der Wand anbringen wollt um Geschichten, Erinnerungen und Trauer, Verlust,  Schmerz und Abschied zu teilen. Ihr könnt gerne eigene Dinge, Fotos, Gedichte … mitbringen, die ihr an der Wand anbringen wollt um Geschichten, Erinnerungen, Trauer, Verlust,  Schmerz und Abschied zu teilen.
 

Vernissage | Eröffnung: 7. September 2026, 19 Uhr

Öffnungszeiten: 
A-Tage Woche:
Di & Do: 15:30 Uhr, Sa 14:30 Uhr + schaut in den Veranstaltungsplan, um keine Veranstaltung zu stören

weitere Öffnungszeiten:
Mo – Do: 14.-17.09.2026, 15 – 17.30 Uhr