Anarchistischer 1. Mai 2026

Arbeit, Arbeit, Arbeit?
Wir wollen mehr vom Leben!

Auch dieses Jahr wollen wir uns mit euch gemeinsam die Straße nehmen, um am traditionellen Arbeiter*innenkampftag unsere anarchistischen Überzeugungen stark zu machen. Dieser Tag steht für erkämpfte Rechte der Arbeiter*innen, die aktuell wieder massiv angegriffen werden.

Was Bundeswirtschaftsministerin Reiche eine „Rückbesinnung auf mehr wirtschaftliche Freiheit und Eigenverantwortung“ nennt, meint einen gnadenlosen Kahlschlag sozialer Sicherungssysteme zugunsten einiger weniger. Merz agitiert entgegen jeder faktischen Grundlage gegen „Arbeitsverweigerer“, vermeintlich ausufernde Kosten beim Bürgergeld und das eigens erfundene Konzept der „Lifestyle-Teilzeit“. Die Bürgergeldreform, die Streichung von Gesundheitsleistungen aus dem Katalog gesetzlicher Krankenkassen, Kürzungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Anhebung des Rentenalters, die Schwächung der gesetzlichen Rente und die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages werden ernsthaft diskutiert, oder sind bereits beschlossen – all das praktisch ohne nennenswerte Proteste. Die ohnehin schon völlig absurde Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums verschiebt sich dabei nur in eine Richtung – und zwar noch weiter nach oben.

Aber wir wollen weit mehr, als den aktuellen Status quo zu verteidigen und damit aufrechtzuerhalten. Wir wollen darüber sprechen, was Arbeit für uns bedeutet und wie sie gestaltet sein könnte, wenn sie nicht kapitalistischen Logiken untergeordnet wird, sondern wenn wir sie frei von Ausbeutung und Unterdrückung selbst organisieren. Wir wollen darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen und wie wir das herstellen können, ohne dabei unsere globale Lebensgrundlage zu vernichten und ohne davon krank zu werden. Wir wollen, dass die Arbeit, die getan werden muss, fair verteilt wird – global, aber auch in Bezug auf Geschlecht. Wir wollen Wege diskutieren, wie wir als Gesellschaft weniger (nicht mehr!) lohnarbeiten können, um genug Zeit für das zu finden, was wirklich wichtig ist: die Pflege von sozialen Beziehungen, der Aufbau solidarischer Gemeinschaften, der Erhalt von Gesundheit, Bildung und politische Mitgestaltung, …

Arbeit, Arbeit, Arbeit?
Wir wollen mehr vom Leben!

Also kommt zahlreich zur anarchistischen Demonstration am 1. Mai!

12:00 Uhr – Wettiner Platz – Demonstration
14:00 Uhr – Jorge-Gomondai-Platz – Kundgebung mit Ständen und Workshops
19:00 Uhr – FAU Lokal (Bürgerstr. 52) – Get together

Atomkraft? Nein danke! – 40. Jahrestag der Katastrophe von Tschornobyl

Wann: Samstag, 25. April 2026 | 16 – 18 Uhr
Where: Hole of Fame | Königsbrücker Straße 39, Dresden

Am 26. April 1986 erlebte die Welt eine der größten technologischen Katastrophen – die Explosion und Kernschmelze im Kernkraftwerk Tschernobyl. Die Auswirkungen dieses Unglücks waren weltweit zu spüren. Die tatsächliche Zahl der Opfer ist bis heute nicht bekannt aufgrund der Geheimhaltung durch die sowjetische Bürokratie. Doch schon in den 80er Jahren war klar, dass Tschornobyl noch sehr lange im Leben der Menschen präsent bleiben würde. Heute, 40 Jahre später kommen wir zusammen, um uns daran zu erinnern, was damals geschah, über die Folgen zu reden und darüber, warum es wichtig ist, auch heute diesen Ort nicht aus dem Fokus zu verlieren – angesichts der Besetzung durch russische Truppen, der Drohnenangriffe und der fortwährenden Instandhaltung des riesigen Sarkophags, der den Rest der Welt vor den Fehlern der Menschheit schützt.

Das Sowjetimperium ist längst verschwunden, und Tschornobyl bleibt eines der Denkmäler des Zusammenbruchs; es erinnert uns daran, dass wir vorsichtig mit Technologien umgehen müssen, die uns alle zerstören können.

Die Veranstaltung findet in Form von Lesungen aus den Erinnerungen der von Tschornobyl Betroffenen statt, ergänzt durch Fakten und Zahlen über Vergangenheit und Gegenwart, gefolgt von einer Diskussion darüber, was wir aus der Vergangenheit lernen können, um die Fehler in der modernen technologischen Welt nicht zu wiederholen.

Die Veranstaltung wird englisch/deutsch gemischt sein. 
Es gibt Snacks und Getränke an der Bar.

Solidaritea – Briefeschreiben an Gefangene

Fr., 27.03.2026, 17:00-19:00
@malobeo, Kamenzer Str. 38, 01099 Dresden

Wir sind nicht alle – es fehlen die Gefangenen!

Wie jeden letzten Freitag im Monat seid ihr herzlich zum Briefeschreibcafé ins malobeo eingeladen. Wir zeigen uns solidarisch mit Menschen im Knast, da wir überzeugt davon sind, dass Knast und Bestrafung nicht zu einer gerechteren und gewaltfreien Gesellschaft beitragen. Wir wollen eine Gesellschaft in der soziale Probleme bearbeitet anstatt weggesperrt werden. Menschen dürfen nicht kriminalisiert werden, weil sie arm, queer oder nicht weiß sind. Menschen dürfen nicht kriminalisiert werden, weil sie sich nicht den Normen des herrschenden Systems fügen oder aktiv gegen die Zerstörung und Ausbeutung im Kapitalismus kämpfen.
Lasst uns die gesellschaftliche Isolation, der Menschen im Knast ausgesetzt sind durchbrechen und Briefe und Karten an sie schreiben!

26.03. Movie Screening and Conversation with inhabitants of the Hulajpole Squat

When: 26.03. 18:00
Where: Thalia Cinema Dresden
Language: Polish Audio with English Subtitles
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=mfKeTrI3J4w

„What is a squat? A squat is a Home.“

The film tells the remarkable story of an anarchist collective from Wrocław called Hulajpole, who in 2019 occupied an abandoned villa that was slated for demolition. From a neglected building, they created an autonomous space – the Piotr Kropotkin Social House.

Built on the testimonies of collective members and archival footage, the film explores themes of justice, state power, capitalism, and housing policy in Poland.

What is it like to live differently – in a supportive, non-hierarchical environment based on mutual aid, solidarity, and freedom?
Like in Hulajpole.

Vortrag – Jahrhunderte des Militarismus des russischen Reiches

17.02.-24.02.2026
Woche der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine
Dresden

Donnerstag, 19.02.2026 | 18:00 
Centuries of militarism of russian empire
OAG | 18:00 Küfa | 19:00 Veranstaltung (in Engl.)
@Malobeo, Kamenzer Str. 38, Dresden

Jahrhunderte des Militarismus des russischen Reiches – von sowjetischen Mythen über den Kampf gegen den Militarismus bis hin zur modernen Expansion in die ganze Welt.

Für einige Teile der autoritären Linken Russlands war der Mythos um die Sowjetunion stark im Antiimperialismus und im ständigen Kampf für die globale Revolution verwurzelt. Mehr als 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des bolschewistischen Regimes können wir einen Blick auf die Geschichte dieser Formation werfen und darauf, wie sie die imperiale Politik des russischen Reiches vor der Revolution von 1917 fortsetzte. Wir werden auch den modernen russischen Staat betrachten, der sich trotz der Versprechen, den Kalten Krieg zu beenden, in einem permanenten Krieg und einer kontinuierlichen Militarisierung befindet.

Wir werden auch einen Blick auf die Reaktionen russischer anarchistischer, linker und liberaler Kreise auf die verschiedenen Kriege werfen, die vom letzten Diktator Russlands, Wladimir Putin, begonnen wurden, und darauf, warum der Krieg in der Ukraine dem Herrscher das Rückgrat brechen kann.