Augustsendung – 23.-30. August – Internationale Solidaritätswoche für anarchistische Gefangene

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In der aktuellen Sendung erzählen wir euch was es mit dieser Solidaritätswoche auf sich hat, warum es wichtig ist solidarisch zu sein und wir stellen euch zwei Menschen vor, die momentan im Knast sind, unteranderem lesen wir Auszüge aus einem Interview mit Andreas Krebs.

Wir nähern uns der Internationalen Woche der Solidarität mit anarchistischen Gefangenen. Seit 6 Jahren wird dazu aufgerufen, vom 23. – 30. August Solidarität mit unseren Gefährt*innen auf der ganzen Welt zu zeigen. Aktuelle Gerichtsverfahren unter anderem in Italien, Frankreich, Deutschland und Russland bringen immer mehr Anarchist*innen in den Schlund des Gefängnissystems.

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Das Glück der Pferde – ihre Reiter*innen auf die Erde

Am 22.05 um 9:30 steht ein Aktivist und Freund von uns vor dem Amtsgericht Dresden. Es wird ihm vorgeworfen eine berittene Polizistin als Tierquälerin beleidigt zu haben. In einem ersten Strafbefehl wurde er aufgefordert, aus diesem Grund 400€ zu zahlen.
Wir möchten zum Prozess zu kreativem Protest einladen.
Seid widerständig und solidarisch!

Inhaltlicher Audiobeitrag zur Thematik

Ein Polizeipferd muss viel aushalten: im Wind schnalzende Fahnen, Luftballons, Rufe, Polizeisirenen und schmerzhafte Gertenhiebe in die Seite, zeigen sie zu viel Stress und Unruhe. Selbst Schüsse oder Feuer dürfen das arme Tier nicht schrecken.

Diese Wiederstandfähigkeit trainieren die Polizeireiter*innen den Tieren in der Ausbildung an, die bis zu zwei Jahre dauern kann. Die „Ausbildung“ der Pferde umfasst Dressur-, Spring-, Gelände- und sogenannte „Gewöhnungs“arbeit. Dabei werden die Pferde, wie später im Einsatz, mit Situationen konfrontiert, die ihrem natürlichen Verhalten widersprechen. 

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09.09 – Antirepressions Maskenball

Vor 100 Jahren organisierten anarchistische und sozial-revolutionäre Migrant*innen-Communities Bälle um Geld für ihre Freund*innen zu sammeln, die zu hause in Russland gegen den Zaren kämpften. Während dieser Bälle wurden kleine Spiele gespielt, um sich über den Staat und bürokratische Prozeduren lustig zu machen. Die Bürokratie und der Staatsapperat begegneten den Menschen in ihrem Alltagsleben und die Spiele sollten helfen die Moral des Staates und die traditionellen Werte der Gesellschaft zu hinterfragen.

Jetzt, 100 Jahre später, möchten wir diese Tradition gerne wieder aufleben lassen, deshalb laden wir euch zu einem erneuten Anti-Repressionsball ein. Das Thema des Balles ist die Repression gegen Menschen durch die verschiedene Institutionen des Staates.

Um den Ball betreten zu dürfen wird Abendgaderobe benötigt und wir möchten euch ermutigen eine Maske zu tragen, den es wird ein Maskenball werden. Die Teilnahme des Balles erfordert ein gültiges Visa und den entsprechenden Visa Pass für die Party. Um die Unterlagen zu beantragen schreibt bitte an and@notraces.net (SENDET UNS NICHT EURE REALEN DATEN UND WIR WOLLEN AUCH KEINE KLARNAMEN WISSEN ODER FOTOS HABEN!!) Wir senden euch die erforderlichen Papiere dann nach Prüfung schnellstmöglich zu. Es ist natürlich auch möglich die Papiere am Einlass zu beantragen.

Die kleinen Spiele sollen daran erinnern das es eine riesige Menge an Menschen gibt denen es nicht frei steht zu reisen wie sie wollen, denen es nicht möglich ist sich selbst auszudrücken und denen die meisten Freiheiten eines Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft nicht gegeben sind. Wir laden euch ein die Welt durch eine Maske und aus anderen Augen zu sehen.

Alles gesammelte Geld wird an “Rupression”, eine Kampange zur Unterstützung russischer Anarchist_innen und Antifaschist_innen [1] sowie an den griechischen, anarchistischen Solidaritäts-Fund “Tameo” [2] gespendet.

Der Anti-Repressionsmaskenball wird von 16:00 bis 20:00 stattfinden und 20:00 bis 22:00 wird eine Party mit verschiedenen Bands folgen.

20:00 – 22:00
BANDS:
* Die UNICORN-Verschwörung
* WRACKSPURTS
* Andi Valandi & Band

Einerseits möchten wir euch dazu einladen dem Buffet für das gemeinsame Abendessen eure Speisen beizusteuern. Für das Grundangebot werden wir uns kümmern.

Zudem wollen wir noch ein Angebot zu dem Planspiel hinzufügen. Es ist zwar ein Spiel, aber dennoch eines welches möglicherweise bei manchen mehr oder weniger emotionale Punkte anregen wird. Wie zum Beispiel das Thema Flucht. Da das Spiel unter anderem zum Ziel hat uns in andere Rollen zu versetzen um diese ein wenig nachvollziehen zu können, möchten wir den Schutzraum „Exarchia“ anbieten. Er lädt dazu ein das erlebte zu verarbeiten, sich zurückzuziehen und/oder sich darüber auszutauschen. Der Raum ist nur zur Absicherung, damit es für alle einen Ort gibt der ihren Bedürfnissen nachkommt.
Denn das Planspiel auf dem Ball ist eine spielerische Annäherung an Repressionen, es wird nichts der Realität gleichen.

Viel Spaß auf dem antirepressions Maskenball!

Libertäre Tage Dresden 2018 / 09.09. – 16.09.

Zum fünften Mal finden in Dresden die Libertäre Tage statt. Eine Woche lang haben wir wieder jede Menge Vorträge, Filme und Workshops für euch organisiert, die für dich die anarchistische Welt eröffnen werden. Aktivist*innen aus Dresden und ausserhalb werden über unterschiedliche soziale Kämpfe erzählen und diskutieren.

Aber beim Anarchismus geht es nicht nur um Vorträge! Wir erinnern an Emma Goldmann, die hat uns erzählt „Wenn ich nicht dazu tanzen kann, ist es nicht meine Revolution!“ – um das zu adressieren machen wir auch eine Party!

Also mach dich bereit und vergiss nicht deine Freund*innen, Familie und Hund mitzubringen!

*jeden Tag haben wir abends veganes Essen!

Programm 2018 – https://and.notraces.net/de/libertare-tage-dresden-2018/

Moderne Sklaverei in der JVA Willich und im Allgemeinen in deutschen Knästen von Lisa Dorfer

Was unterscheidet ein Arbeitszwangslager des letzten Jahrhunderts von einer gewöhnlichen Justizvollzugsanstalt in Deutschland heute?

Ehrlich gesagt sehr wenig. Vielleicht wird heutzutage weniger physisch geschlagen und gefoltert als damals, aber die Logik und das System der Bestrafung, Ausbeutung und Unterdrückung sind heutzutage ganz genau die gleichen wie immer schon. Warum ist die Politik der Justiz wieder um einiges härter geworden, warum landen viele Menschen für kleiner Kriminalität, Geldstrafen etc. schon im Knast oder werden viel härter für Delikte verurteilt, wofür sie noch vor 5 oder 10 Jahren viel weniger bekommen hätten oder auf Bewährung freigelassen worden wären? Warum wird wieder viel mehr von knallharter Bestrafung und dem Wegsperren gesprochen und warum werden weniger „Lockerungen“ und Reststrafenbewährungen zugestanden? Was bringt der*die Gefangene dem Staat im Knast für einen Nutzen?

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