Contentwarnung:Diese Sendung behandelt die Themen Krieg, Vertreibung und Flucht. In Teilen finden Beschreibungen von Mord und anderen Gewalttaten statt. Wenn du sensibel auf solche Themen reagieren solltest, höre diese Sendung nur, wenn du es dir zutraust und vorzugsweise nicht alleine.
Anlässlich des vierten Jahrestags der vollumfänglichen Invasion der Ukraine durch Russland wollen wir unseren Blick in dieser Sendung wieder auf die Ukraine richten. Inhalt der Sendung ist ein Reisebericht von Aktivist*innen aus Dresden, welche sich im Oktober 2025 in der Ukraine befanden. Hierbei wurden Interviews mit Menschen vor Ort geführt, die hier erstmals zu hören sind.
Mit dem 24. Februar 2026 beginnt das 5. Kriegsjahr des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Was das für das Leben der Menschen in der Ukraine bedeutet, ist für die meisten Menschen hier unvorstellbar. Seit Wochen herrschen Minusgrade. Durch andauernde russische Angriffe mit Drohnen und ballistischen Waffen auf die Energieinfrastruktur gibt es in vielen Städten weder dauerhaft Wasser noch Strom. Selbst in den Wohnungen in der Metropole Kyiv frieren Menschen bei Null Grad.
Am 13. Januar 2026 wird die Holocaustübelebende Jewgenia Besfamilnaja tot in ihrer Wohnung gefunden. Besfamilnaja bedeutet übersetzt ohneNamen. Als Kind entkam sie 1941 dem Massaker von Babyn Jar durch die Deutschen und wuchs später in einem Waisenhaus auf. Die systematischen russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine wurden ihr zum Verhängnis.
Bei all den Krisen und Kriegen ist es leicht Mitgefühl für einzelne zu verlieren, es sind Zahlen, Städte, Temperaturen, Drohneneinschläge, die wir jeden Tag mit halbem Ohr durch die Nachrichten hören. Die Ukraine mag sich für eine Deutsche Linke sehr weit weg anfühlen, Schicksale wie das von Jewgenia Besfamilnaja vielleicht einen kurzen Moment der Betroffenheit hervorrufen.
Einige von uns sind im Herbst letzten Jahres selbst in die Ukraine gereist. Wir haben viel gelernt, unser Blick auf viele Dinge hat sich verändert, Freundschaften konnten entstehen. Wir organisieren darum in der Woche vom 16.02 bis zum 24.02 eine Woche der Solidarität mit denen, die mittlerweile im vierten Jahr des russischen Angriffskrieges leben und kämpfen: Eine Woche der Solidarität mit dem Menschen in der Ukraine!
Wir wollen in dieser Woche mit Genoss*innen vor Ort sprechen, über lokale Organisierungen sprechen, das Antifa-Gym in Kiyv kennenlernen und mit einem Vortrag über über die Historie des russischen Imperialismus gemeinsam aus der Geschichte lernen! Am Freitag werden wir einen Film zeigen, über Anti-autoritäre Aktivist*innen, die sich entschieden haben mit der Waffe in der Hand zu kämpfen.
Am 24. Februar findet anlässlich des traurigen Jahrestags der russischen Großoffensive eine Demonstration in der Altstadt statt.
Solidarität mit dem Kampf für Freiheit in der Ukraine und überall auf der Welt wo Menschen sich gegen autoritäre und faschistische Unterdrückung erheben!
17.02.-24.02.2026 Woche der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine | Dresden VERANSTALTUNGEN
Dienstag, 17.02.2026 | 19:00 Soli Veranstaltung für Antifa-Gym in Kyjiw Malobeo | Bilderausstellung | Auktion | Kwasbasierter Solidrink @Malobeo, Kamenzer Str. 38, Dresden
Mittwoch, 18.02.2026 | 18:00 Kollektiv Tierbefreiung Dresden: They had no choice – Mensch und Tier im Krieg in der Ukraine Tierbefreier*innen| Vortrag und Gespräch @Hole of Fame, Königsbrücker Str. 39, Dresden
Freitag, 20.02.2026 | 18:00 Film: Anti-authoritarians at war (EN) und Gespräch ABC Dresden | Film und Diskussion in Englisch @Hole of Fame, Königsbrücker Str. 39, Dresden
Dienstag, 24.02.2026 | 17 Uhr | Neumarkt, Frauenkirche Demo in Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zum Jahrestag der Vollumfänglichen Invasion durch Russland Im Anschluss veganer Borschtsch @Malobeo | 20 Uhr
17.02.-24.02.2026 Woche der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine Dresden
Donnerstag, 19.02.2026 | 18:00 Centuries of militarism of russian empire OAG | 18:00 Küfa | 19:00 Veranstaltung (in Engl.) @Malobeo, Kamenzer Str. 38, Dresden
Jahrhunderte des Militarismus des russischen Reiches – von sowjetischen Mythen über den Kampf gegen den Militarismus bis hin zur modernen Expansion in die ganze Welt.
Für einige Teile der autoritären Linken Russlands war der Mythos um die Sowjetunion stark im Antiimperialismus und im ständigen Kampf für die globale Revolution verwurzelt. Mehr als 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des bolschewistischen Regimes können wir einen Blick auf die Geschichte dieser Formation werfen und darauf, wie sie die imperiale Politik des russischen Reiches vor der Revolution von 1917 fortsetzte. Wir werden auch den modernen russischen Staat betrachten, der sich trotz der Versprechen, den Kalten Krieg zu beenden, in einem permanenten Krieg und einer kontinuierlichen Militarisierung befindet.
Wir werden auch einen Blick auf die Reaktionen russischer anarchistischer, linker und liberaler Kreise auf die verschiedenen Kriege werfen, die vom letzten Diktator Russlands, Wladimir Putin, begonnen wurden, und darauf, warum der Krieg in der Ukraine dem Herrscher das Rückgrat brechen kann.
17.02.-24.02.2026 Woche der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine Dresden
Freitag, 20.02.2026 | 18:00 Film: Anti-authoritarians at war (EN) und Gespräch ABC Dresden | Film und Diskussion in Englisch @Hole of Fame, Königsbrücker Str. 39, Dresden
„Anti-Authoritarians at War“, ein Dokumentarfilm von Manon Boltansky und Nico Dix, wurde im Sommer 2024 in Kyiv, Charkiw und Isjum gedreht. Er begleitet die Menschen hinter Solidarity Colelctives, sowohl diejenigen an der Front als auch diejenigen, die hinter den Kulissen arbeiten. Der Film zeigt, wie Menschen unter extremem Druck alltägliche Entscheidungen treffen und wie sich basisdemokratische, nicht-hierarchische Organisationsformen auch während des Krieges behaupten.
Der Film befasst sich mit schwierigen Entscheidungen, der Organisation unter Beschuss und Solidarität, die über Grenzen hinausgeht.
SOLIDARITY COLLECTIVES ist ein Netzwerk von Freiwilligen und Aktivist*innen, die Menschen unterstützen, die vom Krieg in der Ukraine betroffen sind. SC leistet humanitäre Hilfe, stellt medizinische Versorgung, Evakuierungshilfe, Schutzausrüstung und Logistik bereit. Ihre Arbeit basiert auf gegenseitiger Hilfe, horizontaler Organisation und internationaler Solidarität.
Der Film ist in englischer Sprache ohne Untertitel.
Mittwoch, 18.02.2026 | 18:00 Kollektiv Tierbefreiung Dresden: They had no choice – Mensch und Tier im Krieg in der Ukraine Tierbefreier*innen| Vortrag und Gespräch (in englisch und deutsch) @Hole of Fame, Königsbrücker Str. 39, Dresden
„They had no choice“ – Mensch und Tier im Krieg in der Ukraine (Live-)Interview und Informationsabend zu Tieren im Krieg Es gibt Menschen die ihr Leben einsetzen, um das Leben anderer zu retten. Dabei zählt jedes Leben. Im Krieg ändert sich daran nichts. Es werden lediglich mehr Leben, die es zu retten gilt, und die Vorrausetzungen dafür verschlechtern sich. „They had no choice“ steht auf dem „Animals in War Memorial“ in London geschrieben. Es trifft auf viele Menschen im Krieg zu, aber auf alle Tiere.
Der inhaltliche Schwerpunkt des Abends soll auf der Situation der vom Krieg intensiv betroffenen Tierheime und der Rettung von Tieren von der Front in der Ukraine liegen. Ein Mensch der Tiere im Kriegsgebiet rettet wird wenn möglich für ein Live-Interview zugeschalten. Darüber hinaus wird es eine Einordnung zur aktuellen Lage in der Ukraine und die Möglichkeit zum Austausch zu menschlichen und nicht-menschlichen Tieren im Krieg geben.
Fragen zum Abend an tierbefreiung_dd@riseup.net Das Interview ist auf Englisch. Übersetzung nach Möglichkeit.
Während der Veranstaltung werden Spenden für die Verbesserung der Leben im Krieg in der Ukraine gesammelt.